Jan Hoffmann

Jan Hoffmann

Long Distance Calling
Ibanez D'Addario

LONG DISTANCE CALLING haben soeben ihre Europatour mit KATATONIA beendet. Wie´s gelaufen ist erfahrt ihr hier im exklusiven Interview mit IBANEZ-Artist Jan Hoffman.

Stephan Killermann:
Hi Jan, alles gut so weit? Wie lief die Tour?

Jan Hoffmann: Hey! Wir sind gerade wieder nach Hause gekommen und man kann die Tour in einem Wort zusammenfassen: Großartig! 5 Wochen kreuz und quer durch Europa, ich denke wir haben eine Menge neuer Leute für uns gewinnen können. Wir haben Unmengen an CDs verkauft, was mich insofern freut, dass es für die Musik spricht. T-Shirts haben immer so was von „coolness Faktor“ aber wenn sich jemand die CD oder Vinyl kauft ist das meiner Meinung nach einfach schöner, da es für die Musik spricht. Und um die geht es ja schließlich in erster Linie.

Stephan Killermann:
Na das klingt doch schon mal gut. Was war dein persönliches Highlight?

Jan Hoffmann: Meine persönlichen Highlights waren London und Frankfurt, wobei die deutschen Shows generell alle sehr erfolgreich waren, da uns hier ja auch schon einige Leute kennen und auch Leute wegen uns da waren. London war einfach immer ein Traum und jetzt waren wir endlich da :)
Du hättest in Frankfurt dabei sein sollen, das war echt UNFASSBAR…das war fast wie ne Headliner Show! Ausverkauft und die Leute sind komplett steil gegangen ab dem Moment als wir auf die Bühne sind.

Stephan Killermann: Mit auf Tour waren ja KATATONIA. Wie haben die KATATONIA-Fans auf euch reagiert?

Jan Hoffmann: Sehr gut! Wir haben erwartet, dass es auf jeden Fall musikalisch irgendwie passt, aber nicht, dass es so gut passt. Die KATATONIA Fans sind zwar hauptsächlich im Metal verwurzelt, sind aber sehr offen. Da beide Bands einen progressiven Ansatz haben, hat das sehr gut harmoniert.

Stephan Killermann: Wie bist du mit deinem Equipment zufrieden?

Jan Hoffmann: Ehrlich gesagt: sehr! Meine beiden ATKs sind für die Live-Situation super. Guter, satter Sound und nicht zu schwer, was die Sache beim Posing sehr einfach macht :)

Stephan Killermann: Wie ist für dich der Unterschied zwischen dem ATK300-NT mit dem Maple-Griffbrett und dem ATK310-BK mit dem Palisandergriffbrett? Setzt du die Instrumente unterschiedlich ein?

Jan Hoffmann: Der ATK310-BK (Palisander) klingt einfach ein wenig "rockiger", der ATK300-NT etwas "smoother". Je nach Song sind beide gut einsetzbar. Die Songs des Debüts verlangen einen sehr dunklen, weiten Sound, die Songs von "Avoid The Light" eher einen etwas straighteren, rockigeren Sound. Das ergänzt sich sehr gut. Der ATK320-BK mit Palisander-Griffbrett hat sich auf der Tour als meine Nr. 1 herauskristallisiert.

Stephan Killermann: Spielst du die beiden Bässe auf normalem E-Tuning?

Jan Hoffmann: Nein, die tiefe E-Seite ist auf D gestimmt, sonst alles normal. Also ein Drop D- Tuning. Ich verwende zusätzlich einen Tube-Verzerrer und einen Compressor, that´s it. Ich bin ganz einfach gestrickt.

Stephan Killermann: Welche Saiten und Saitenstärken verwendest du?

Jan Hoffmann: Perfekt ist die D´Addario EPS165SL mit 045 – 105, Super Long Scale. Da ich eine Nickelallergie habe, verzichte ich natürlich auf Nickelsaiten und habe mittlerweile auf Stahl umgesattelt. Da wir hauptsächlich eine Instrumentalband sind, trotz Songs mit Gastauftritten von Sängern, ist ein perfekter Sound bei LONG DISTANCE CALLING natürlich enorm wichtig, darauf legen wir sehr viel Wert.

Stephan Killermann: Ja stimmt, und auf dem Gebiet habt ihr auch nur wenig Konkurrenz. Wer sind deine persönlichen Vorbilder? Gibt´s die überhaupt?

Jan Hoffmann: Ja schon. Bei mir sind das ganz klar Justin Chancellor von Tool (auch wenn ich den niemals erreichen werde), Paz Lenchantin von A Perfect Circle und Chi von den Deftones.

Stephan Killermann: Das sind alles Bands, die musikalisch und auch Arrangement-technisch sehr komplex arbeiten. Beeinflusst das dein Spiel und deinen Sound?

Jan Hoffmann: Ich denke mein Spiel liegt irgendwo dazwischen. Ich versuche es immer recht simpel zu halten, ich würde mich nicht als außerordentlich virtuos bezeichnen, aber ich denke ich habe eine gute Mischung gefunden, die gut zu den LONG DISTANCE CALLING-Songs passt. Was den "Sound" an sich angeht eigentlich nicht, ich mag es da eher simpel und klassisch. Da unsere Gitarren und Reimut mit dem Computer schon sehr viele Sounds generieren wäre das meiner Meinung nach too much. Ich lasse mich da eher im spielerischen Bereich inspirieren. Bendings, Slides, Läufe…

Stephan Killermann: Was ist dein Tipp an andere Bassisten?

Jan Hoffmann:
Lasst euch nicht von den Skills anderer einschüchtern sondern inspirieren. Man muss meiner Meinung nach kein neuer Marcus Miller werden (auch wenn ich den Hammer finde) um seinen Job gut zu machen. Leidenschaft, Spaß an der Sache und ein bisschen Rock´n Roll reichen meiner Meinung nach völlig aus.
Und vor allem: songdienlich spielen und nicht alles zupflastern. Timing!

Stephan Killermann: Wie gehts weiter bei euch diesen Sommer?

Jan Hoffmann: Wir spielen jetzt im April noch mal drei Shows, darunter das ROADBURN Festival in Holland. Danach einige Festivals (Wave Gotik Treffen, Summer Breeze… ) und Ende August geht´s ins Studio, um das neue Album aufzunehmen. Wir haben also dieses Jahr noch einiges vor.

Stephan Killermann: Was wünschst du dir noch für 2010?

Jan Hoffmann: Ich hoffe dass uns in Zukunft noch viele Leute neu entdecken und live sehen. Wir haben leider immer noch ein bisschen damit zu kämpfen, dass man uns in die Postrock-Schublade steckt, was meiner Meinung nach Quatsch ist.
Wir sind eine Rockband ohne Sänger!

Stephan Killermann: Wir werden mit Sicherheit noch einiges hören von euch…Jan, danke für deine Zeit.

Jan Hoffmann: Alles klar, hat Spaß gemacht.

Auf einen Blick:
Herkunft:
Deutschland
Genre:
Instrumental Rock

Jan Hoffmann spielt...